Anwohner am Heuchelhof bleiben weiterhin ohne Schutz vor Autobahnlärm – Untersuchung und Maßnahmen wegen der Verkehrslärm-Situation am Heuchelhof von Stadtratsmehrheit abgelehnt
Die Bewohner der Lissabonner Straße und der Dubliner Straße sind trotz der Schallschutzmaßnahmen an der Autobahn A 3 noch immer einer extremen Lärmbelastung ausgesetzt. Dies ergaben Dauermessungen von Anwohnern am Heuchelhof. Statt erlaubter 55 dB(A) in der Nacht und 65 dB(A) am Tag werden Nachtwerte bis 89 dB(A) und Tagwerte von 95 dB(A) gemessen, eine einmalige Hotspot-Situation in Würzburg.
Stadtrat Wolfgang Baumann, selbst Fachanwalt für Verwaltungsrecht, stellte im PUMA fest: „Die Anwohner haben einen gesetzlichen Anspruch auf die Verbesserung ihrer Lärmsituation!“
Gesundheitsschädliche Lärmbelastung in Autobahnnähe
Baumann weiter: „Erst zu Jahresbeginn wurde eine medizinische Mega-Studie veröffentlich, die sogar bei den erlaubten Lärmwerten von gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Herzerkrankungen und anderen Gesundheitsschäden beim Menschen ausgeht, geschweige denn – wie hiert – bei noch höheren Werten. Die Situation am Heuchelhof habe ich daher im Stadtrat am 12.02.2026 anlässlich der Verabschiedung des Lärmaktionsplans der Stadt Würzburg aufgegriffen.“
Stadtrat Baumann hat kritisiert, dass dieser aktualisierte Lärmaktionsplan trotz der prekären Lärmbelastung der Bewohner am Heuchelhof nicht von einem „Lärmbrennpunkt“ ausgeht, bei dem die Situation hätte näher untersucht und Lärmminderungsmaßnahmen hätten ergriffen werden müssen. Man habe die hohen Lärmwerte bei der Lärmberechnung von vornherein gar nicht berücksichtigt.
Stadtrat Wolfgang Baumann ist empört: „Den Oberbürgermeister Heilig und die Klimabürgermeisterin Dr.Vorlova hat das alles gar nicht gestört, sie machten es sich einfach und empfahlen dennoch die Verabschiedung des Lärmaktionsplans!“. Das Ergebnis war – so Baumann – sehr ärgerlich:
Der Antrag auf Ergänzung der Untersuchung und Nachbesserung des Lärmminderungsplans wurde von der Stadtratsmehrheit abgelehnt.
Traurig für die Bewohner am Heuchelhof: Meinen Antrag auf eine ergänzende Untersuchung und Nachbesserung des Lärmaktionsplans haben nur 8 Stadträte unterstützt (ZfW, WL, FDP, ÖDP,1 CSU-Stimme?).
Die große Mehrheit bestehend aus den Fraktionen der CSU und den Grünen (!) hat noch nicht einmal ein Interesse an einer weiterführenden Untersuchung der Lärmsituation gezeigt.
Kommentar von Baumann: „Seit der Wahl der grünen Bürgermeister haben sich die Verhältnisse im Stadtrat wohl geändert. Leider nicht zugunsten der Umwelt!“
Ausgestanden ist die Sache aber nicht: Die Stadt muss den Lärmaktionsplan der EU-Kommission vorlegen. Die ZfW wird Wege finden, das Anliegen der Betroffenen am Heuchelhof dort einzubringen!
Wolfgang Baumann, ZfW-Stadtrat