- Der Stadtrat hat im vergangenen Sommer ein Konzept für die Begrünung des Marktplatzes beschlossen. Nach bisheriger Planung ist die Pflanzung eines Baums vor der Marienkapelle sowie 30 Bäume, in fest installierten großen Pflanzkübeln. Die Bäume sollen auf jeden Fall dauerhaft aufgestellt werden und auch bei Veranstaltungen wie Weindorf und Weihnachtsmarkt stehen bleiben. Sind Sie dafür, dass dieses Konzept in der nächsten Legislaturperiode umgesetzt wird?
Die ZfW steht zu dem Beschluss des Stadtrats vom Sommer 2025, der eine Begrünung des Marktplatzes beinhaltet. Es handelte sich nach meiner Erinnerung um eine Systemplanung, die – wie Sie richtig darstellen – neben der räumlichen Anordnung von über 30 größeren Schatten spendenden Bäumen auch festgelegt hat, ob die Bäume fest am Platz verwurzelt sein sollen oder in mobile Großpflanztöpfe eingepflanzt werden. Die kostspielige Maßnahme macht nach Auffassung der ZfW nicht nur Sinn sondern ist im Rahmen des Möglichen geboten, weil nur so die Hitzeentwicklung auf dem Marktplatz im Sommer bei zunehmender Klimaveränderung auf ein erträgliches Maß reduziert werden kann.
Allerdings wurde die Verwaltung auch beauftragt, in einem Klärungsprozess mit den Anwohnern und sonstigen Betroffenen die Individuelle Verträglichkeit der Maßnahme zu prüfen. Leider hat sich dieser Klärungsprozess bis heute hingezogen, ohne dass die Gründe hierfür der Öffentlichkeit bekannt gegeben worden sind. Auch der Stadtrat hat hierzu bisher keine Informationen erhalten.
Es wird zu prüfen sein, ob nicht der eine oder andere Baum fest verwurzelt werden kann, das würde die Kosten des Projekts vermindern. Denn dann entfielen die jeweils bei Veranstaltungen anfallenden Transportkosten. Es ist davon auszugehen, dass die Bäume als Schattenspender bei sommerlichen Veranstaltungen willkommen sind. Es wird noch zu prüfen sein, ob und wieweit bei Messen und Märkten im Herbst und Winter Bäume zu Standortkonflikten führen und diese dann mobil installiert werden müssen.
- Hofstraße: In der nächsten Legislaturperiode steht die Umgestaltung der Hofstraße ab der Mozartschule wieder auf dem Programm. Das Baureferat arbeitet an entsprechenden Plänen. Sind Sie dafür, dass die fußgängerfreundliche Umgestaltung bis zum Kiliansplatz verlängert wird und dafür rund ein Dutzend Stellplätze in Hofstraße und um den Cronosbrunnen sowie weitere 30 hinter dem Dom und vor der Häuserfront am Paradeplatz (Schwarzweller…) wegfallen?
Die ZfW strebt die Umgestaltung der Hofstraße vom Mozartareal bis um den Dom inklusive dem Paradeplatz an.
Dass an der Hofstraße das kleinste deutsche „Fußgängerzönchen“ als eine Notlösung entstanden ist, war einem Antrag der ZfW zu verdanken: Nachdem mit die CSU-Mehrheit die Entstehung der beantragten „großen Lösung“ bis zum Dom wegen dann entfallender Parkplätze abgelehnt worden war, beantragte ich für manche wohl etwas überraschend, doch wenigstens dem Wunsch der Fremdenführer nachzukommen und eine Gelegenheit zu schaffen, die Touristen auf dem Weg zum Dom ungefährdet vom Verkehr zu sammeln. Der Antrag fand dann mit größerer Mehrheit die Zustimmung des Stadtrats.
Die ZfW hält es für geboten, das Nationale Kulturerbe Residenz mit dem Kiliansdom als religiösem Mittelpunkt von Würzburg zu verbinden und als Denkmal relevante Einheit zu gestalten. Zu diesem Zweck ist die Hofstraße als Fußgängerzone auszuweisen und der Dom von den parkenden Fahrzeugen zu befreien. Dementsprechend ist die Umgestaltung des Paradeplatzes nur eine logische Konsequenz, um eine klimaresiliente Ruhezone um den Dom entstehen zu lassen. Diese kommt dann auch dem dortigen Hotel und der Außengastronomie am Platz zugute.
Allerdings hat der Stadtrat auch beschlossen, dass die Verwaltung eine standortnahe Bereitstellung von Ersatzparkplätzen in einer nahe gelegenen Parkgarage veranlassen müsse. Die diesbezüglichen Bemühungen um derartige Locations in der Ludwigstraße sind derzeit „eingeschlafen“ und müssen zusammen mit der SVG schleunigst vorangetrieben werden.
- Im laufenden Jahr unterstützt die Stadt Würzburg die Geburtshilfe Missio am KWM mit 720.000 Euro. Falls das KWM vor dem Hintergrund einer möglichen Schließung mit Blick auf das Jahr 2027 wieder mit der Bitte um finanzielle Unterstützung auf die Stadt Würzburg zukommen – Wie sollte die Stadt und der Stadtrat aus Ihrer Sicht darauf reagieren?
Der Betrieb eines kommunalen Krankenhauses, mehr noch der eines privaten Krankenhauses ist entgegen der Auffassung staatlicher Vertreter keine kommunale Pflichtaufgabe. Die Finanzierung von Krankenhäusern erfolgt über die auf der Bundesebene mit den Krankenkassen vereinbarten Sätzen. Über den Bedarf von Krankenhäusern und deren Ausrichtung entscheidet das jeweilige Bundesland durch den Krankenhausplanungsausschuss.
Insoweit handelt es sich bei der Frage, ob das private KWM eine Geburtshilfeabteilung haben soll und kann um eine Entscheidung des Krankenhausträgers mit einer Bedarfszulassung des Freistaats Bayern. Daher hat der Stadtrat ausnahmsweise für 2026 auf nachhaltiges Ersuchen des KWM unter dem Druck der Regierungspräsidentin und der bayerischen Gesundheitsministerin im Rahmen einer freiwilligen kommunalen Leistung und – ausdrücklich – einmalig einen Betrag von 720.000 Euro gezahlt.
Angesichts der gespannten Haushaltslage der Stadt wird es eine Wiederholung dieser Zahlung nicht geben können. Die ZfW geht davon aus, dass es dem KWM – wie empfohlen – gelingen wird, durch eine gesteigerte Effizienz und die Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Krankenhauses 2027 keine Unterstützung mehr braucht. In der Branche ist es bekannt, dass die Geburtshilfe über eine Mittelumschichtung anderer Abteilungen langfristig getragen werden kann. Eine weitere Unterstützung durch die Stadt Würzburg scheidet daher aus. Dies gilt vor allem auch wegen des Gleichbehandlungsgrundsatzes.
Wolfgang Baumann, ZfW-Stadtrat