Noch immer läuft das Verfahren zur Ausweisung des Wasserschutzgebiets für die Zeller Quellen! Eigentlich war fachlich das Verfahren schon abgeschlossen und die Schutzverordnung war vorbereitet. Doch Landrat Thomas Eberth verzögert das Verfahren und schiebt den Erlass der Schutzverordnung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag hinaus. Mitarbeiter der zuständigen Fachabteilung Naturschutz, die in die Sache eingearbeitet waren, wurden teilweise ausgetauscht.
Offensichtlich werden den wirtschaftlichen Interessen der Firma Knauf auf Genehmigung des untertägigen Bergbaus für den Gipsabbau und den Interessen verschiedenster Gemeinden des Landkreises auf Ausweisung von Tätigkeiten im zukünftigen Wasserschutzgebiet mehr Bedeutung eingeräumt als den Interessen der Stadt Würzburg zur Sicherung ihrer Wasserversorgung.
Wenn der Landrat Eberth immer wieder darauf hinweist, es müsse in dem Zulassungsverfahren für die Trinkwasserschutzverordnung sehr genau geprüft werden, um spätere Klagen zu vermeiden, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das ein Vorwand ist und es letztlich nur um eine Legitimation geht, das Verfahren zu verzögern. Das sollte die Stadt Würzburg nicht dulden, die Verantwortlichen sind aufgerufen, mit stärkerem Nachdruck darauf zu drängen, dass das Verfahren beschleunigt wird.
Dem Schutzgebiet droht nämlich zwischenzeitlich unter verschiedenen Aspekten Gefahr: So haben die Ausbaumaßnahmen der Firma TransnetBW GMBH für den Südlink mit einem „Ausbläser“ von Bohrflüssigkeit zu einer großflächigen Kontamination von Flächen geführt. Ich habe für die ZfW Strafanzeige gegen den Vorstand von TransnetBW bei der Staatsanwaltschaft Würzburg eingereicht. Weitere Beeinträchtigungen müssen unbedingt verhindert werden!
Den politischen Kräften in Würzburg wird die Aufgabe zukommen, sich trotz der starken Inanspruchnahme durch den Kommunalwahlkampf verstärkt mit dem Verfahren zur Ausweisung ihres Wasserschutzgebietes zu befassen.
In diesem Sinne grüße ich Sie
mit Anmerkungen aus dem Würzburger Stadtrat
Ihr
Stadtrat Wolfgang Baumann,
Überparteiliche Wählergemeinschaft Zukunft für Würzburg