Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir leben in wahrhaft turbulenten politischen Zeiten. Man geht abends nach den Tagesnachrichten zu Bett und glaubt, sich ein Bild von den politischen Verhältnissen gemacht zu haben. Am Morgen berichten die Fernsehsender, dass Erklärungen des amerikanischen Präsidenten in der Nacht die Politik und die Menschen in allen betroffenen Ländern in Unruhe versetzt haben: neue exorbitante Zölle, Unruhe stiftende „Friedenspläne“ für die Ukraine, Geheimdiplomatie an den Europäern vorbei, für diese Wundertüten mit überraschenden, meist beunruhigenden Inhalten, die wieder rege diplomatische Reaktionen der Europäer hervorrufen. Hinzukommen die umstrittenen Themen im eigenen Land.

Das löst bei uns meist gemischte Gefühle aus und führt zu Verunsicherung und zu Ängsten: Bekommen unsere Politiker die Entwicklungen noch in den Griff? Dazu die Umbruchsituation im Zusammenhang mit dem Klimawandel und die folgenreiche schlechte Konjunkturlage in Deutschland und Europa. Es sind unglaublich viele Baustellen zu bedienen, weil Politik und Wirtschaft in den sieben fetten Jahren sich bietende Entwicklungschancen nicht genutzt haben.

Wir kommen gar nicht mehr zum Nachdenken, wie aktuelle Entwicklungen einzuordnen sind. Kein Wunder wenn es auch nicht einfach ist, vorweihnachtliche Ruhe zu finden! Und doch sollten wir den Versuch unternehmen, uns den Tagesturbulenzen mental zu entziehen. Wegen der Schnelllebigkeit der Informationen ist deren Halbwertszeit oft gering. Es lohnt sich die Entwicklung anhand zentraler Checkpunkte zu beobachten und zu bewerten. Nur so gelingt es oftmals eine eigene Haltung zu den Dingen zu entwickeln und sich der Spirale der überbordenden Medieninformationen zu entziehen. So wird auch eine Gewichtung der Informationen leichter und wir können unsere Koordinaten selbst setzen.

Vielleicht bietet das den Weg aus der Verunsicherung hin zu einer inneren Sicherheit und zu dem erforderlichen Selbstvertrauen, dass wir alle die notwendigen Wege aus dem schier undurchdringlichen Dickicht der politischen Verstrickungen finden werden. Es ist das Prinzip Hoffnung. Es lässt uns Negatives mit anderen Augen sehen. Und bringt uns die Ruhe für die Weihnachtszeit!

Ich wünsche ihnen eine besinnliche Adventszeit und frohe Weihnachten!

Ihr Stadtrat Wolfgang Baumann